28.08.2016
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28.08.2016
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2.SEPTEMBER – PREMIERE IN DER BROTFABRIK BONN: SHALL I COMPARE THEE TO A SUMMER’S DAY? BOKOMPLEX

 

 

2.SEPTEMBER – PREMIERE IN DER BROTFABRIK BONN:

SHALL I COMPARE THEE TO A SUMMER’S DAY?

BOKOMPLEX

 

2. September 2016 // 20.00 Uhr // Premiere – 3. September 2016 // 20.00 Uhr – 4. September 2016 // 20.00 Uhr
In „Shall I compare thee to a summer’s day?“ setzt sich die Tanzkompanie bo komplex nach „Romeo & Julia“ (2014) erneut mit dem Werk William Shakespeares auseinander. Als Grundlage und Inspiration des Tanzstückes dient diesmal keines der Bühnenwerke, sondern eine Auswahl seiner insgesamt 154 Sonette, deren zentrale Themen Liebe und Vergänglichkeit sind.

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Erwarten Sie sich einen vielschichtigen und überraschenden Abend, der sich intensiv auf den Protagonisten und seine physisch-tänzerische Hingabe fokussiert und Ihnen auf eine neue Art die Tiefe und Schönheit der Worte Shakespeares eröffnet.

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Konzept / Idee – Tanzkompanie bo komplex – Choreographie – Bärbel Stenzenberger – Assistenz / Dramaturgie – Olaf Reinecke – Tanz – Olaf Reinecke – Video / 3D-Animation – Lieve Vanderschaeve – Komposition / Musik-Design – Philip Roscher – Lichtdesign / Technik – Markus Becker, Florian Hoffmann

Gefördert von: Kulturamt der Stadt Bonn
Mit freundlicher Unterstützung von: TanzFaktur Köln

28.08.2016
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PREMIERE AM 1.SEPTEMBER 18UHR BARNES CROSSING: „Me You We“ . von Ilona Pászthy

PREMIERE AM 1.SEPTEMBER 18UHR BARNES CROSSING:

„Me You We“

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von Ilona Pászthy

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Interaktives Tanztheater für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren
Premiere Samstag, 1.9.2016, Barnes Crossing – Freiraum für TanzPerformanceKunst

 

Ankündigung des Veranstalters:

Wie finden Jugendliche ihren Platz in Gruppen, welche Bedeutung haben Schule, der Freundeskreis oder Fernsehfiguren für ihr Leben – und die eigene Meinung? Woran orientieren sie sich und welche Rolle spielen dabei Vorbilder? Diesen und anderen Fragen widmet sich die Kölner Choreographin Ilona Pászthy in ihrem neuen, interaktiven Tanzstück speziell für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren, die aufgefordert sind, das Stück mitzugestalten. Unter dem Titel „Me You We“ feiert das 45-minütige Stück am Samstag, den 1.9.2016, um 18 Uhr im Rodenkirchener Freiraum für TanzPerformanceKunst „Barnes Crossing“ Premiere. Weitere Aufführungen folgen am 2. und 3. September 2016. Karten kosten 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, Gruppenrabatte sind möglich. Information unter www.ip-tanz.com, Kartenreservierung unter barnescrossing@web.de.
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In der Pubertät nehmen Begriffe wie Zugehörigkeit, Individualität, Positionierung, Anerkennung, Angst und Macht einen immer größeren Raum ein. Erlernte und selbst gewählte Lebenskonzepte werden opponiert, zerrissen, neu formuliert, Macht und Ohnmacht des Einzelnen im Kontext zur Gruppe werfen Fragen zum SELBST auf. Gehören wir „Schwärmen“ an und wenn ja, welchen? Woran erkennt man, dass man einem Schwarm angehört? Können wir uns für oder gegen sie entscheiden? Gibt es im Schwarm individuelle Entscheidungsfreiheit?
Interaktive Gestaltung
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Um herauszufinden, welche Themen Jugendliche in der Pubertät bewegen und sie „dort abzuholen, wo sie stehen“, hat Ilona Pászthy mit ihrem Team im Vorfeld Jugendliche in Jugendzentren in Gremberghoven und Bickendorf zu ihren Lebens- und Freizeitgewohnheiten befragt: Spielst du in der Gruppe oder allein, lieber am PC oder machst du Sport? Wärest du gerne jemand anderes, eine Märchenfigur, eine Figur aus einem Computerspiel oder jemand in einem bestimmten Beruf? Was ist für dich ein Held und welche Fähigkeiten braucht man, um einer zu werden? Hast du schon mal ein Tanzstück gesehen und würdest du dir eines ansehen, das wie ein Spiel funktioniert? Reaktionen und Antworten darauf sind in das Konzept des Tanzstückes eingeflossen, das zwei Tänzer mit Elementen des Zeitgenössischen Tanzes nun umsetzen – unter Beteiligung des Publikums.

 

„Me You We“ lässt an bestimmten Punkten die jugendlichen Zuschauer durch Entscheidungen in das Geschehen auf der Bühne eingreifen. Auf diese Weise werden sie Mit-Akteure und können den Verlauf des Geschehens beeinflussen. Ziel ist es, spielerisch gesellschaftliche Verhaltensmuster zu hinterfragen, bewusstes Erleben und Reflektieren menschlicher Reaktionen zu ermöglichen und dabei Potenziale des Einzelnen als kreativer Mittler zwischen Individuum und Gesellschaft aufzudecken.

 

Me You We Interaktives Tanztheater für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren – Termine: Samstag 1. September (Premiere) Sonntag/Sonntag, 2./ 3. September 2016 jeweils18 Uhr – Dauer: ca. 45 min – Ort: Barnes Crossing – Freiraum für TanzPerformanceKunst im Kunstzentrum Wachsfabrik Industriestraße 170 50999 Köln-Rodenkirchen – Karten: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro, Gruppenrabatt ab 10 Personen (z.B. Schulklassen) 8 Euro, ermäßigt 6 Euro – Reservierung: barnescrossing@web.de

28.08.2016
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Premiere: „XX“ FORTUNA . Tanztheater von Bibiana Jiménez . Am 1.September um 17Uhr im RÖMISCH GERMANISCHEN MUSEUM – KÖLN

©Herand Müller Scholtes

 

Premiere:

„XX“ FORTUNA

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Tanztheater von Bibiana Jiménez

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Am 1.September um 17Uhr im RÖMISCH GERMANISCHEN MUSEUM – KÖLN

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Ankündigung des Veranstalters:
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„Macht an sich ist vollkommen uninteressant, interessant ist ausschließlich, wozu man Macht benutzen will“ (A. Schwarzer)

 

Bibiana Jiménez, Choreographin und Tänzerin aus Kolumbien, präsentiert im September im Römisch-Germanischen Museum ihr neues Stück: „XX“ Fortuna – ein getanztes Verwirrspiel um Liebe, Verlangen und Macht.

 

Im Römisch-Germanischen Museum ist mit „XX“ Fortuna der erste Teil der „XX“ Trilogie, Tanztheater auf den Spuren der weiblichen Seite Kölns (2016 – 2018) zu sehen, in der die Geschichte dreier für Köln bedeutende Frauen thematisiert und an besonderen Orten der Stadt als Tanztheater aufgeführt wird.

 

Die römische Kaiserin Agrippina – selbsternannte Göttin und aktuelle mächtige Frauen des Weltgeschehens bilden das Herzstück dieser Produktion um Macht, Sex, Verrat und Liebe. Frauen in Machtpositionen, Frauen in der Politik. Wie gehen sie mit der Macht um und wozu nutzen sie sie? „Macht an sich ist vollkommen uninteressant, interessant ist ausschließlich, wozu man Macht benutzen will“ (A. Schwarzer)

 

Passend zum Ort setzt sich Jiménez im Museum mit Agrippina auseinander: Urenkelin, Ehefrau und Mutter römischer Kaiser. Sie hatte die höchste Stellung inne, die eine Frau damals einnehmen konnte, auch den Titel Augusta, die Erhabene -  und sie wusste ihre Position zu nutzen. Auch in der Politik – in ihrer Geburtsstadt Köln beispielsweise erwirkte sie sich den höchsten Rang einer Colonia. Basierend auf der Händel Oper „Agrippina“ kreiert Carl Ludwig Hübsch (Komponist für Neue Musik) eine ganz eigene Klangwelt, geführt von vier Tänzern/Innen, die das Publikum durch dieser Verwirrspiel begleiten.
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Premiere: 01. September 2016 / 17.00Uhr (Uraufführung) – Weitere Vorstellungen: 02. & 03. 09. 2016 / 16.00 Uhr – Römisch-Germanisches Museum Köln, Roncalliplatz 4, 50667 Köln – Karten Reservierung unter: 0221-221/2 44 38 und 221/2 45 90  – roemisch-germanisches-museum@stadt-koeln.de

 

Konzept, Regie, Choreographie – Bibiana Jimenez – Tanz – Robina Steyer, Maria Giovanna Delle Donne, Juan Bockamp, Hauke Martens – Musik – Carl Ludwig Hübsch – Dramaturgie – Andrea Bleikamp – Ton – Marrio Forth – Gesang – Robina Steyer – Assistenz – Emma Heidelbach

 

Gefördert durch Kulturamt Köln, RheinEnergie Stiftung Kultur

 

28.08.2016
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Britta Lieberknecht & Company . PREMIERE Space for your Imagination . Tanzperformance zu Musik von Keith Jarrett und B.A. Zimmermann Do 1.9.2016 | 20 Uhr PREMIERE

Fotos: MEYER_ORIGINALS

 

 

Britta Lieberknecht & Company

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PREMIERE Space for your Imagination

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Tanzperformance zu Musik von Keith Jarrett und B.A. Zimmermann
Do 1.9.2016 | 20 Uhr PREMIERE

Ankündigung des Veranstalters:

 

Britta Lieberknecht & Company zeigen in ihrer aktuellen Produktion fantasievollen Tanz zu zeitgenössischer Musik. Gefangen in der Geborgenheit einer Gruppe, eben noch als Einheit pulsierend, im nächsten Augenblick ineinander verhakt – die bildreiche neue Tanzproduktion der Kölner Britta Lieberknecht & Company schöpft aus der Bewegung selbst.

 

In „Space for your Imagination“ zu Musik von Keith Jarrett und Bernd Alois Zimmermann stoßen nicht nur Musiken mit unterschiedlichen Weltsichten aufeinander, sondern Charaktere und Bewegungsqualitäten. Lyrischer Tanz steigert sich zu geheimnisvoll vibrierenden Interaktionen, explosiver Energieaustausch fällt zu sanften Schwingungen zusammen. Die sechs Tänzerinnen berühren einander mit Zärtlichkeit – oder ist es Manipulation?

 

Zu Keith Jarretts heiter vertrackten Rhythmen zeigt sich eine schwebende Leichtigkeit des Tanzes, die den Fluss des Wassers mit seinen unsteten Wellenbewegungen widerspiegelt. B. A. Zimmermanns musikalisch kriegerische Attacke dagegen hinterlässt eine zerbrochene Körperlandschaft, sein jazziges Aufpeitschen treibt die Tänzerinnen an ihre Grenzen. „Space for your Imagination“ – eine Einladung an den Zuschauer, seiner Fantasie und seinem Spürsinn zu folgen, um eine traumhafte, manchmal alptraumhafte Tanzwelt zu entdecken.

 

Choreografie: Britta Lieberknecht & Company Tanz: Neus Barcons, Kanako Minami, Sophia Ndaba, Paraskevi Terzi, Anais Van Eycken, Petra Van Gompel Musik: Keith Jarrett, Bernd Alois Zimmermann Lichtdesign: Marc Brodeur

 

Fr/Sa/ So 2./3./4.9.2016 | 20 Uhr – Alte Feuerwache Köln – Melchiorstr. 3, 50670 Köln – www.altefeuerwachekoeln.de – Karten: 0221-973 155-0 – Eintritt 15.-/ erm. 9.- € – info@altefeuerwachekoeln.de

28.08.2016
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AM 3.SEPTEMBER FINDET IN KÖLN DAS PROJEKT CITY DANCE KÖLN STATT

©CITY DANCE KÖLN

 

AM 3.SEPTEMBER FINDET IN KÖLN DAS PROJEKT

CITY DANCE KÖLN

STATT

 

 

Alle Infos zum City Dance Köln

(ENTNOMMEN DEN ANKÜNDIGUNGEN  DES VERANSTALTERS)

 

Der City Dance Köln ist ein 12-stündiger gemeinsamer Spaziergang mit über 300 professionellen und nicht-professionellen Tänzer*innen und Musiker*innen, Orchestern, Chören, Kölner Bürger*innen – und natürlich Euch! Gemeinsam wollen wir die unterschiedlichsten Orte der Stadt – geschichtsträchtige Orte, Nicht-Orte und verborgene Orte – erkunden.
Das künstlerische Kollektiv um den City Dance entwirft eine ganztägige Utopie für Köln, die auch nach dem Tag selbst in der Stadt spürbar bleiben soll: Denn als Community Projekt möchten wir dazu einladen, sich einzubringen, zu beobachten, uns zu begleiten und mit uns diesen Tag zu gestalten!

Der City Dance Köln durchquert die Stadt und nimmt mit, was am Wegesrand auftaucht: Eindrücke – Orte – Menschen – Verkehrsmittel – den Fluss – Autobahnen – öffentliche Gebäude – Einkaufsstraßen – Senken — ein Parkdeck – den Park: Was er berührt, kommt in Bewegung und der Tag gehört ihm ganz. Ungewohnte Blickachsen tun sich auf, denn Tanz, Musik und Aktion treffen dort auf uns, wo wir sie am wenigsten erwarten. Auf den Auenwiesen des Rheinparks versammeln sich die Teilnehmer*innen der Sternenspaziergänge aus Kalk, Nippes, Rodenkirchen und Poll im Morgengrauen, gondeln über den Rhein, tauchen ab in den Graben des Fort X, erobern das Oberlandesgericht, nehmen sich die Nord-Süd-Fahrt, bespielen den Ebertplatz, prozessieren auf dem Eigelstein und feiern vor dem Hauptbahnhof.

 

Route, Stationen und Uhrzeiten

Die Route für den 03.09 steht nun fest!! Hier ist sie, schaut mal rein und klickt euch einfach durch!
Zu entdecken gibt es den Weg sowie die Performances und Konzerte an unterschiedlichen Stationen. Ihr könnt entscheiden: den kompletten Spaziergang mitmachen, oder nur Teilstrecken oder einzelne Stationen auswählen, alles ist möglich.

Seid dabei! Wir freuen uns auf euch!

06:30–08:30 Sternenspaziergänge

09:00–10:15 Warm Up und Yoga im Rheinpark

10:30–12:00 Überfahrt mit der Kölner Seilbahn

11:00–12:00 Chorperformance unter der Zoobrücke

11:30–12:45 Tanztee am Grüngürtel

13:00–13:25 Interventionen im Lentpark

13:30–14:00 Tanz und Musik im Fort X

14:30–15:15 Aufführung im Oberlandesgericht Köln

15:15–16:00 Parade durch die Riehler Straße

16:00–17:00 Picknick und Battle am Ebertplatz

17:15–18:00 Tanz-Demo im Eigelstein

18:00–18:30 DANCE FOR ALL auf dem Bahnhofsvorplatz

 

©CITY DANCE KÖLN

27.08.2016
deutsch: kritiken / interviews, News

NOCH EINMAL GELEGENHEIT AM 28.AUGUST 20UHR: “Das Monsterlabor als Streichelzoo” – Ruhrtriennale: „Sketches/Notebook“ von Meg Stuart im PACT Zollverein Essen

©Iris Janke

 

NOCH EINMAL GELEGENHEIT AM 28.AUGUST 20UHR:

 

Das Monsterlabor als Streichelzoo

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Ruhrtriennale: „Sketches/Notebook“
von Meg Stuart im PACT Zollverein Essen

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Nachtkritik von Nicole Strecker

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Die Zuschauer haben noch nicht mal Platz genommen, da gibt es schon den ersten genial-ironischen Einfall an diesem Abend: Die Titelmusik von Jurassic Park empfängt den Zuschauer beim Einlass. Ein Soundzitat vom Dino-Blockbuster im Endlos-Loop. Ein Film über die Hybris der Forschung, die Gewalt der Natur und die unzivilisierte Bestie, die letztlich unausrottbar weiterlebt. Und das sind alles Ideen, die auch in Meg Stuarts früheren Stücken immer wieder auftauchten und die hier nun mit triumphalen Sound, aber in nervtötender Wiederholung spöttisch anzitiert werden. Denn die Monster der 51jährigen Choreografin sind im Streichelzoo gelandet. Statt sich wie früher die Wut, den Schmerz und den Horror des Daseins aus dem Leib zu tanzen, torpediert die für ihre Trauma-Taumel-Choreografien bekannte Stuart ihr eigenes Klischee. Seit ein paar Jahren wird auf ihrer Bühne gekuschelt, geträumt und gespielt. ‘Befreie deine Fantasie’ – das könnte auch die Devise ihrer schon 2013 entstandenen Produktion „Sketches/Notebook“ gewesen sein.

 

©Iris Janke

 

Am Anfang war das Chaos. Lichtblitze fliegen wie Sternschnuppen durch den Raum. Zwei Performer kriechen unter Tierfelle wie Höhlenmenschen. Andere sausen als unberechenbare Elementarteilchen an den Zuschauern vorbei, und in einer Ecke der Bühne findet ein Fotoshooting mit abstrusen Kostümen statt, in der die modell-schöne Performerin mit Rehgeweih auf dem Kopf posiert wie eine Märchenfigur, dann huldvoll-rätselhaft wie ein Renaissance-Ideal, aber auch schon mal derb-kerlig herumstiefelt wie ein testosteron-dampfender Cowboy. Die Tänzerin kann alles und jeder sein, nur eines ist sie niemals: eindeutig.

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So triumphiert die Anarchie in Meg Stuarts Bühnenraum, in dem die zehn Performer immer wieder eine schräge Holzrampe in Embryohaltung runterrutschen – wie eine Hommage ans Kindsein auf dem Spielplatz. Stuart schickt nicht nur ihre Tänzer auf die Bühne, darunter die beiden fantastischen Frauen Antonija Livingstone (langbeinig, rothaarig, umwerfend aufgekratzt) und Maria F. Scaroni (punkig-abgewetzte Sinnlichkeit). Sondern auch ihr Backstage-Personal: die Kostümbildnerin, den Musiker sowie den Licht- und den Bühnenbilddesigner. Und jeder probiert sich in lustvoll-schrägen Selbstentwürfen aus, sucht nach einer Poesie ohne Kitsch. Vor allem aber forscht man nach Ritualen zur Gemeinschaftsbildung, nach der Chance zum gelingenden Kollektiv – was dieser Tage ja ein ziemliches Mainstream-Thema ist, das Meg Stuart aber ganz subtil und glaubwürdig persönlich umkreist. Dabei darf gelegentlich auch Abgründig-Zeitkritisches assoziiert werden, etwa bei Menschen mit vermummten Köpfen wie Terrorgefangene oder durch die Luft schwebenden Rettungsfolien. Doch auch diese Symbole werden quasi rückerobert, als rein ästhetische Form betrachtet und so neu definiert.

 

 

In einer der schönsten Szenen des Abends drängen sich die Performer zu einem Leiberknubbel zusammen. In die Lücken zwischen den Körpern werden Klamotten, Kissen, auch eine Kuhglocke gestopft als ginge es darum, den Kugelmenschen ganz dicht zu machen. Dann wälzt sich der Menschenball durch den Raum, einzelne Gliedmaßen werden sichtbar, Kleidungsstücke flattern hoch, und nichts geht dieser engst-möglichen Gemeinschaft verloren, alles wird durch die Bewegungen der anderen mitgeschleift. Die  „community“ als schön-schreckliches System, das schützt und schlingt.

 

©Iris Janke

 

„Sketches/Notebook“ – das klingt nach unaufgeräumter Materialsammlung, ist aber in Wahrheit ein dramaturgisch fein gesponnenes Gewebe aus Motiven und Bezügen, sofern man als Zuschauer Spaß am wilden Assoziieren hat. Da tanzt sich unter einem Kostüm aus Schlafdecken eine nackte Meg Stuart in die trotzig-erotische Selbstbehauptung wie eine Lady Gaga, und kurz darauf sieht man die anderen Performer in einer großartigen Sequenz sich gegenseitig über die Köpfe heben wie Rockstars beim Stagediving. Lichtreflexe funkeln wie in einem Kaleidoskop. Später formieren die Tänzer mit ihren auf dem Boden liegenden Körpern selbst  geometrische Muster wie die Kristalle im Spielzeug.
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So glitzert in diesen wundersamen ‘Sketches’ jede Szene wie ein Solitär und verbindet sich doch immerzu eins mit dem anderen. Kostümtrash und Tanz, der in der simpelsten Bewegung die größtmögliche Bedeutsamkeit aufspürt. Klagende Gitarrenriffs, philosophisch-clowneske Texte, kindsköpfige Zuschauer-Animationen. Eine ästhetische Utopie. Ein zärtlich-schrulliges Plädoyer für die verbindende Kraft der Fantasie.

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Erneut am 26., 27. und 28. August; jeweils 20 Uhr – Einführung: 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn

21.08.2016
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Sperrzone Eine Versuchsanordnung Ein Tanz- und Theaterprojekt zum Thema Flucht und Heimat Koproduktion von artscenico und bodytalk KÖLN-PREMIERE AM 25.AUGUST UM 19:30 UHR IM GELÄNDE VON JACK IN THE BOX

Sperrzone

Eine Versuchsanordnung

 

Ein Tanz- und Theaterprojekt zum Thema Flucht und Heimat

Koproduktion von artscenico und bodytalk

SPERRZONE – EIN ZWEITEILIGES PROJEKT?

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Eine Nachtkritik von Klaus Dilger

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„Sperrzone – Eine Versuchsanordnung – Ein Tanz- und Theaterprojekt zum Thema Flucht und Heimat“, so titelte die Vorankündigung

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Nicht Wenige mag es überrascht haben, dass sich die ehemaligen Kölner und jetzt Neumünsteraner Tanztheatermacher „bodytalk“, kaum neun Monate nach ihrer überaus bissigen und ebenso erfolgreichen FlüchtlingsEmigrantenTrashPerformensch „Fleshmob mit Toten“, erneut dieser Thematik angenommen haben. HIER GEHT ES ZU DEN VIDEOIMPRESSIONEN VON FLESHMOB MIT TOTEN Diesmal und erstmals allerdings in Co-Kreation mit der Dortmunder Theater-Institution Rolf Dennemann und seinem artscenico – Label, das sich bereits häufiger erprobt hat im potentiell durchaus schwierigen Aufeinandertreffen von Natur und Theater.

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HIER GEHT ES ZUR VOLLSTÄNDIGEN NACHTKRITIK DER DORTMUNDER PREMIERE