18.07.2017
deutsch: kritiken / interviews, News

Unterscheiden, übertreiben – Das Ballet of Difference von Richard Siegal gab seinen Einstand in Köln – von Melanie Suchy

©Ray Demski

 

Unterscheiden, übertreiben

 

 

Das Ballet of Difference von Richard Siegal gab seinen Einstand in Köln, wo es ab jetzt einen seiner spitzenbeschuhten Spielbeine platziert: mit dem Dreierabend „My Generation“

 

von Melanie Suchy

 

Das Standbein bleibt vorerst in München, wo der Choreograph seit 2016 die Optionsförderung in Höhe von dreimal jährlich 90.000 Euro erhält und mit der Spielstätte Muffathalle kooperiert. In Köln dockt er nun an die Städtischen Bühnen, ans Schauspiel an, dessen Intendant Stefan Bachmann das Ballet of Difference, kurz BOD, mit ungefähr 300.000 Euro und Werkstätten- und Proberaumnutzung willkommen  heißt.

 

Diese vorerst dreijährige Zusammenarbeit stützen auch das  Land NRW mit 130.000 und die Kulturstiftung des Bundes mit 170.000 Euro. Der Etat für die internationale Tanzgastspielreihe an den Kölner Bühnen werde dafür  nicht angetastet, betont deren Kuratorin Hanna Koller. Weitere Geldgeber fürs BOD werden noch gesucht. Bislang können die zehn bis zwölf Tänzerinnen und Tänzer nur projektweise zusammenkommen. Sie stammen zumeist aus Ensembles, für die Siegal schon choreographiert hatte, darunter der entschwundenen amerikanischen Cedar Lake Contemporary Dance Company, dem Hessischen und dem Bayerischen Staatsballett.
.©Ray Demski
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Inwiefern das BOD tatsächlich an den Bühnen präsent sein wird, muss sich noch erweisen. Ebenso ob es und seine Kunst dem Publikum der Stadt etwas zu sagen hat. Denn was genau soll der Clou gerade dieser Company hier sein? Siegal entstammt, wie bei seinen Gruppenchoreographien leicht zu erkennen ist, der kreativen Frankfurter William-Forsythe-Ballettkiste der 1990er-Jahre, wie seine Kölner Vorgängerin Amanda Miller.

 

Man kennt ihn als großartigen Tänzer, nicht zuletzt im Duett „Logobi 5“ von Gintersdorfer/Klaßen, als interessanten Experimentator in kleineren Performanceformaten und Regisseur von Amateurgruppeninszenierungen, doch bei größeren Profi-Ensemblestücken der letzten Jahre überwog das schnittige Show-Element, eine schicke, kühle Oberfläche über wummerndem Elektrobeat, der mittels Einwortbegriffen wie „Signal“, im Soundtrack oder auf LED-Panels, irgendeine Bedeutungshaftigkeit angepappt wurde. Die Tänzer wenig unterscheidbar als Ausführende der scharf geschnitzten Choreographiepfeile, die als Sekunden(in)formationen über die Bühne schießen, zischen. Das Dortmunder Ballett nahm Anfang 2017 so ein Werk ins Repertoire, „Unitxt“, und bei der Ruhrtriennale waren 2015 und 2016 solche Kreationen zu sehen, aber auch ein Stück, das sich mit Narrativ und Rollentanzen versuchte und auf sandiger Bühne künstlerisch ausrutschte.
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©Ray Demski
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Uni und Multi

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In München, einer seiner Arbeitsbasen seit 2006, wurde Richard Siegal von Expertinnen als Nachfolger für die Leitung des Staatsballetts herbeigehofft. Nun macht er sein eigenes Ding, kleiner, mobiler, fragiler, angewiesen auf Koproduzenten und Gastspieleinladungen. Womit er in Konkurrenz tritt etwa zur Dresden Frankfurt Dance Company des anderen Ex-Forsythe-Tänzers Jacopo Godani und zum Stuttgarter Darling Eric Gauthier. Und man kann nicht sagen, dass in den Stadttheatern in NRW ausgerechnet eine Ballettkompanie fehle oder dass die vorhandenen nur in Tüll und dekorativer Jenseitigkeit baden, so dass dringend der „Unterschied“, „difference“ nötig  wäre. In Köln selber ist solch ein Ballett different, ja, vor  allem solche Tänzerinnen und Tänzer und ihre Power wären willkommene Neuzugänge. Doch den kulturinteressierten Kölnern sollte man keine verschwiemelte Choreographie über einen transidenten Menschen vorsetzen, nachdem Angie Hiesl das Thema mit ihrer denkwürdigen „ID Clash“-Performance beackert hatte.
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©Ray Demski
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Future work

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Diese Choreographie war eine von dreien, die beim ersten, nur eintägigen Auftritt von Siegals Ballet of Difference im ausverkauften Depot 1 zu sehen waren, nachdem er sein BOD mit dem Triple Bill im Mai in München zur Welt gebracht hatte: „Excerpts of future work on the subjects of Chelsea Manning“. Zu einem mit Kopfstimme gejammerten Gesang begegnen sich ein Mann und eine Frau, langsam, fast kraftlos fassen sie nach einander. Sie knien, stehen, strecken die Hände aus. Die hellen Gewänder erinnern halbwegs an Tuniken und damit an Isadora Duncan und ihre Anbetung griechischer Götterstatuen. Auch deshalb unterstellt man den Tänzern edles Posieren und glaubt ihnen die Gefühle nicht. Ebensowenig dem Schwarzgekleideten, der den Bösen mimt mit geballten Fäusten und die beiden mal trennt, mal aneinander drückt. Andere schwarze Gestalten huschen umher, das Unheil, die Depressionen. Furchtbar.
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Bei den zwei anderen Stücken, in denen es ums Gutaussehen geht, kommen immerhin die Tänzer gut zur Geltung, weil man ihnen ins Gesicht schauen kann. Die Hautfarben, Körperlängen, Frisuren sind unterschiedlich. Das ist normal in einer Tanzkompanie. An die in Köln schon lange von Gerda König und DINA13 repräsentierte Differenz und Diversität im Sinne von mixed-ability kommt das BOD nicht heran. Das Stück namens „BOD“ zum einfallsreichen Soundgemenge von DJ Haram, das klöppelt, tickt, klingelt, rattert und rumst, besteht daraus, dass zehn Tänzer in lustigen Outfits durch das Stück eilen, das die Eile im Vergehen von bemerkenswerten Momentchen möglicherweise zum Thema hat. Hier verfugen sich plötzlich zwei im Unisono, dort zwei andre, überall mal kreiseln lockere Pirouetten; Armhaltungen, wie die Mistgabel aus oben gewinkelten Armen und Kopf, wandern durch das Stück. Die an diverse Körperteile geschnallten aufblasbaren Flügel, Schulter- und Schenkelpolster, Westchen, designt von Becca McCharen, sind Zusätze, aber nie Hindernis. Deshalb wirken sie wie hübsche Effekte, zu leicht, zu egal im Vergleich mit Oskar Schlemmers sperrigem „Triadischem Ballett“ oder Merce Cunninghams „Scenario“-Beulen.

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Gute Laune

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Diese vielleicht für die heutige Zeit typische Aufgeblasenheit oder Unbeschwertheit, die im Grunde zwanghaft präsentiert wird als superfit, allzeitflexibel und bindungsunwillig, spielt Richard Siegal im elfköpfigen „POP HD“ noch expliziter durch. Die kreischbunten Kostümmuster von Bernhard Willhelm zitieren Markenlogos; die Tänzer tragen sie dennoch oder umsomehr mit Eigensinn. Aufgeknickte Hände an gestreckten Armen, vorgeschobene Hüften, auf über 180 Grad aufgebogene Beine der Frauen, schüttelnde Hände, wackelnde Pos, vertrackte, ansehnliche Zweierfiguren mit Ziehen und Heben, Griffe durch Beine von hinten sind im Ballett keine Neulinge, aber Siegal mengt auch noch Püppchenposen, Schlingern mit eiernden Knien, Breakdanceschlängelarme, afrikanisches Brustkorbrütteln und entspanntes einfachstes Tänzelfußtappen, rechts-links, hinzu. Am Ende ein Pärchen im Lichtspot, das sich ganz nahe ist, endlich allein, ohne Getümmel, aber der wirklichen Nähe scheinen beide auszuweichen. Großer Applaus für diesen Knüller, der vielleicht die Signatur fürs BOD wird.

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Der nächste Auftritt des BOD in Köln ist im Februar 2018; in den Herbstferien 2017 gibt es einen Workshop für tanzfreudige Amateure. Auch in die Kooperation mit dem ZZT der Hochschule für Musik und Tanz klinkt sich die Company ein.

17.07.2017
News

22.Juli 2017 I 20:00 h in der TanzFaktur: Younness Atbane (BE) – The second copy: 2045

Foto (c) Fouad Nafaeli

 

22.Juli 2017 I 20:00 h in der TanzFaktur:

Younness Atbane (BE)

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The second copy: 2045

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“The second copy: 2045” is based on the desire to question the link between objects and fiction. It is a tissue which is going to become a flag which is going to become an art, then a dynamic, an identity, a policy, a film, a choreography and finally a history It is a man who will become two men to mutate into a fictional character, developing into a documentary and transforming into a way of perception. In this project, the artist enters a world of objects, his actions create a texture in which the language, movement and images are not any more trapped in a logic of sense, but are able to exchange and interact together so they build a fake archive that produce dream and fiction.This texture in which the unknown, the float and the non-rational becomes a protagonist. The idea is to create an environment which is in fact, ready to be tested.

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Starting point is to undergo the influence of artistic ideas and external aesthetics to build a performative dialogue.“The second copy: 2045” is about the idea of reproduction, the exhaustion of the copy and its influence in the artistic work. “How can we repeat an action without really copying it?” Adaptation, rewriting, rebuilding, diversion, reinterpretation are choices of reformulation that may give legitimacy to the action of copying through the principle of cause / effect.

Concept / Perfromance: Youness Atbane

17.07.2017
News

21. Juli 2017 I 20:00 h in der TanzFaktur: Alexander Vantournhout (BE) – ANECK-XANDER

Foto (c) Bart Grietens

 

21. Juli 2017 I 20:00 h in der TanzFaktur:

Alexander Vantournhout (BE)

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ANECK-XANDER

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ANECKXANDER
ANECKXANDER is a solo in a minimal setting for one acrobatic body, a handful of carefully selected objects and three variations on a piece of piano music by Arvo Pärt. Balancing on the fine line between tragedy and comedy, Alexander/Aneckxander rewrites the autobiography of his own body: from subject to object to matter. The result is a raw self-portrait in which the body both exposes itself to and tries to escape from the prying eyes of those looking at it.

By: Alexander Vantournhout & Bauke Lievens – With: Alexander Vantournhout – Dramaturgy: Bauke Lievens – Music: Arvo Pärt – Costumes: Nefeli Myrtidi, Anne Vereecke

15.07.2017
deutsch: kritiken / interviews, News

Politik, Sex und Zeitgeist – ein Beitrag von Nicole Strecker

©TANZweb.org_das Foto entstand bei den Bühnen-Proben zu “BoD”

 

 

 

Politik, Sex und Zeitgeist

 

von Nicole Strecker

 

 

Seit kurzem hat die Domstadt wenigstens teilzeitweise wieder eine Kompanie. Das „Ballet of Difference“ von Choreograf Richard Siegal. Am 14.Juli stellte sich das Ensemble der Vielfalt erstmals in Köln vor. „My Generation“ nennt Richard Siegal das dreiteilige Programm. Nicole Strecker hat den Choreografen vorab getroffen.

 

 

“Mich interessiert die Spannung zwischen den beiden englischen Worten ‘ballet’ und ‘difference’. Denn darum geht es bei dieser Kompanie: Die Unterschiede und Abweichungen zurück in die Ballettwelt zu bringen und zugleich: selbst einen Unterschied zu machen.”

 

So lautet das Credo von einem, der berühmt wurde als einer der verrücktesten, schnellsten Tänzer in der Kompanie von William Forsythe und der heute ein ebenso hochambitionierter wie hochgehandelter Choreograf ist: Richard Siegal.

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„Das ‘Ballet of Difference’ mit seinen sehr unterschiedlichen Menschen ist ein Symbol für eine Diversität, die nicht mit Angst und Unterdrückung verbunden ist. Denn wir sollten uns daran erinnern: Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Durchmischung, der Verwirbelung. Auch wenn es für viele Menschen im Moment nicht danach aussieht: Es ist ein guter Prozess, und daran will ich erinnern.“

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Und er will, wie Siegal sagt, mit seinem vor kurzem gegründeten „Ballet of Difference“ vor allem eines signalisieren: Freude und Optimismus. Konkret heißt das etwa: „Pop HD“ – so der Titel einer Neueinstudierung einer 2015 für die Cedar Lake Company in New York entstandenen Choreografie.

 

©TANZweb.org_das Foto entstand bei den Bühnen-Proben zu “BoD”

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Knallig bunte Kostüme, die Fahrrad-Trikots unterschiedlicher Nationalitäten ähneln. Tänzerinnen auf Spitzenschuhen, die aber supercool grooven und schwofen wie auf dem Dancefloor. Breakdance und Ballett, Ethnotänze, Voguing, akrobatische Hebefiguren. Alles, von der Klassik bis zur Clubkultur ist hier lässig miteinander verquirlt. Und das Sampling der Stile wird zum Abbild einer Gesellschaft, die von Hedonismus und Hysterie durchpulst ist. Das ist „My Generation“ für Richard Siegal.
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„Das ist es, was unsere Generation in gewisser Weise so großartig macht: Wir schließen keine Möglichkeit aus. Das Stück ist ironisch, aber zugleich lebendig. Es ist selbstkritisch, bunt und übertreibt einfach alles, die Energie, die Gier nach Mehr. Es ist wie in Musikvideos: Auch sie sind so eindeutig over-the-top, dass es schon wieder ironisch ist. Ich meine, nehmen Sie Paris Hilton – for goodness sake!2

 

©TANZweb.org_das Foto entstand bei den Bühnen-Proben zu “BoD”

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Weil seine achtjährige Tochter sich für die Popkultur begeistert, versucht auch Richard Siegal sie mit Kinderaugen zu betrachten. „Wie bezaubernd die Popkultur ist, wie scheinbar frei, wie völlig entfesselt diese Ikonen der Popkultur sich benehmen. Ich hinterfrage das sehr, eben weil es keinen Zweifel daran gibt, dass diese Mechanismen Generationen von Menschen antreiben.“

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Wer Richard Siegal einkauft, bekomme eine „Wundertüte“, meint Hanna Koller, Tanzkuratorin an den städtischen Bühnen Köln, die sich überraschend verpflichtet haben, in die Finanzierung von Siegals neuer Kompanie mit einzusteigen.
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„Für Köln finde ich Richard Siegal spannend, weil er sehr vielseitig ist, sehr technisch und sehr anspruchsvoll. Das ist wichtig innerhalb unserer Reihe der internationalen Tanzgastspiele, denn die haben das Kölner Publikum verwöhnt, so dass es ein gewisses Niveau erwartet.“

 

©TANZweb.org_das Foto entstand bei den Bühnen-Proben zu “BoD”

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Die Klage ist altbekannt: Seit Jahren hat Köln als einzige Großstadt keine eigene Kompanie mehr, sondern zeigt etwa zehnmal pro Spielzeit Produktionen von international tourenden Ensembles. Alle zweifellos hochkarätig und immer ausverkauft, weshalb das Gastspiel-Format den Kölnern auch erhalten bleibt. Aber durchreisende Künstler sind eben nichts, was in die Stadt hineinwirkt und auch nichts, was für den Tanz selbst Innovation ermöglicht. Jetzt beteiligen sich die beiden Städte München und Köln, außerdem das Land NRW und die Kulturstiftung des Bundes an der Finanzierung der zwischen beiden Städten pendelnden Kompanie. Hanna Koller:
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„Die Bühnen erhoffen sich, dass der Tanz wieder präsenter wird in Köln, dass die längerfristige Bindung an einen Choreografen auch nachhaltig wirkt – sie soll Modellcharakter haben.“
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Es ist das Modell einer von Institutionen weitgehend unabhängigen Kompanie, wie das erfolgreich etwa die William Forsythe Kompanie, Gauthier Dance oder Dance On, das Ensemble für reife Tänzer, praktizieren.

 

©TANZweb.org_das Foto entstand bei den Bühnen-Proben zu “BoD”

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„Es wird jetzt einen Austausch zwischen München und Köln geben – schließlich ist es eine geteilte Kompanie!“, verkündet jetzt Richard Siegal, der sich offenbar schon als Mittelsmann zwischen der bayrischen Schickeria und der Karnevalsstadt sieht. Die nächsten beiden Uraufführungen seines Ballet of Difference werden in Köln stattfinden, den allerersten Tanz aber bekam im Mai München: Ein dreiteiliges Programm unter dem Titel „My Generation“, das jetzt im Kölner Depot 1 gastiert. Darin auch das, wie Richard Siegal es nennt, „Signaturstück“ seiner neuen Kompanie. „BoD“, das Akronym für Ballet of Difference…

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…wenn der multiple Stilist Richard Siegal überhaupt ein Leitmotiv hat, dann das der Rebellion gegen die geschlechtsspezifische Fixierung.
Davon handelt auch die dritte Choreografie des Abends: „Excerpts of a Future Work on the Subject von Chelsea Manning“. Ein Auszug aus einem Stück über die amerikanische Whistleblowerin Chelsea Manning, die als ursprünglich männlicher Soldat Informationen an Wikileaks übermittelte und sich während ihrer Haftzeit einer Geschlechtsumwandlung unterzog.

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„Mich interessieren alle Formen der Befreiung von Unterdrückung – sei sie selbstgemacht oder fremdbestimmt“, sagt Siegal und will der brisanten Geschichte die Dramatik eines antiken Mythos geben, aber: ertränkt das starke Thema in Softpop-Gesäusel und Pathos. Das verstört, und zeigt doch auch Siegals risikofreudigen Anspruch: Das Ballett gleichermaßen politisch wie ästhetisch neu aufzuladen. Mit Sex und kritischem Zeitgeist und der Androgynität als politischer Kraft.

 

©TANZweb.org_das Foto entstand bei den Bühnen-Proben zu “BoD”

©TANZweb.org_das Foto entstand bei den Bühnen-Proben zu “BoD”.

„Wir leben in einer außergewöhnlichen Zeit, schließlich wurde gerade die homosexuelle Ehe legalisiert. Wir erleben einen rasanten Wandel, eine tektonische Verschiebung in unseren Moralvorstellungen, während gleichzeitig der Pessimismus und die Angst vor Veränderung wächst. Diese Gegensätze zwischen konservativen und innovativen Dynamiken sind Triebkräfte – also genau das, was Bewegung erzeugt.“

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Der Text basiert auf einem Hörfunkbeitrag der Sendung „Mosaik“, WDR 3

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Unsere Nachtkritik zu „My Generation“, das am 14. Juli 2017 um 20 Uhr im Depot 1 im Schauspiel Köln aufgeführt wird, kommt ausnahmsweise einen Tag später und wird von Melanie Suchy stammen.

07.07.2017
News

DIE SK-STIFTUNGkultur GIBT DIE NOMMINIERUNGEN DES ERSTEN HALBJAHRES 2017 BEKANNT:

©TANZweb.org_ANIMA_Emanuele Soavi inCOMPANY

 

 

DIE SK-STIFTUNGkultur GIBT DIE NOMMINIERUNGEN DES ERSTEN HALBJAHRES 2017 BEKANNT:

 

KÖLNER TANZTHEATER-PREIS

 

Die Jury für den Kölner Tanztheaterpreis – Preisgeld 5.000 Euro – gestiftet von der TÜV Rheinland Stiftung – (Jury: Dr. Rita Kramp, Thomas Linden und Melanie Suchy) nominierte aus 18 Sichtungen folgende 2 Produktionen:

 

* “LET’S FACE IT!” – wir werden überwacht, eine Produktion von Antje Velsinger und Tanzfaktur Köln, Konzept & Choreographie: Antje Velsinger, in der TanzFaktur

* “ANIMA“, eine site-specific-Performance über die Anwesenheit, die Abwesenheit und andere Entfernungen von und mit Meritxell Aumedes Molinero und Emanuele Soavi, im “The Midtown Hotel”, Köln

 

©LET’S FACE IT_ANTJE VELSINGER

04.07.2017
deutsch: kritiken / interviews, News

Freie Tanzproduktionen in der Kölner Oper . Oper und Kulturverwaltung kooperieren in gemeinsamem Pilotprojekt – Emanuele Soavi inCOMPANY und Stephanie Thiersch | mouvoir unter vierzehn Bewerbern ausgewählt

©Martin Rottenkolber

 

 

Freie Tanzproduktionen in der Kölner Oper

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Oper und Kulturverwaltung kooperieren in gemeinsamem Pilotprojekt

 

Emanuele Soavi inCOMPANY und Stephanie Thiersch | mouvoir unter vierzehn Bewerbern ausgewählt

 

 

In den Haushaltbeschlüssen 2016, erhöhte der Rat der Stadt Köln das Budget zur Förderung der freien Szene ab 2017 um 1 Million Euro. Hiervon fliessen 200.000 Euro  in die Budgeterhöhung der Kölner Tanzszene. (Wir berichteten und kommentierten)

 

Mit bis zu 100.000 Euro sollten „Spitzenensembles der Kölner Tanzszene, die über das entsprechende Potential verfügen, unterstützt werden, speziell bei der Erarbeitung großer Produktionen, die z.B. in Zusammenarbeit mit den Städtischen Bühnen oder anderen großen Spielorten entstehen.“
Im Zuge dieser Maßnahme erfolgte eine Ausschreibung für Kölner Tanzproduzentinnen und -produzenten zur Erstellung einer Tanzproduktion, die für die Präsentation auf einer großen Bühne (16 mal 12 Meter) geeignet ist, die von der Oper Köln, mit dem Saal 3, der 200 Zuschauern Platz bietet. in deren Interimsspielstätte im Staatenhaus dafür zur Verfügung gestellt wird.

 

©Joris-Jan Bos_ Ariadne_ Mythentrilogie_ein Projekt von EmanueleSoavi inCOMPANY mit den Duisburger Philharmonikern

 

 

 

Aus insgesamt vierzehn Bewerbungen freier Tanzensembles wählte eine Fachjury zwei aus, die ihre Arbeiten im Staatenhaus in der Interimsspielstätte der Kölner Oper zeigen werden.

 

Zu gleichen Teilen von jeweils 30.000 Euro gefördert werden: das Tanzlabel „Emanuele Soavi inCOMPANY“, das mit der neu entstehenden Co-Produktion mit den Duisburger Philharmonikern „Relics“ am 9. und 10. Oktober 2017 um 19.30 Uhr im Staatenhaus zu sehen sein wird, und die Gruppe Mouvoir /Stephanie Thiersch mit der Wiederaufnahme des 2015 in Co-Produktion mit dem Staatstheater Darmstadt entstandenen „Bronze by Gold“, das am 13. und 16. Oktober 2017 ebenfalls um 19.30 Uhr (erstmals in Köln) zu sehen sein wird.

 

©Martin Rottenkolber_Bronze By Gold
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In der Pressemeldung der Stadt heisst es hierzu:

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Köln verfügt über die größte freie Tanzszene in Nordrhein-Westfalen. Mehr als 40 selbständige Choreografinnen und Choreografen haben in Köln ihren künstlerischen Mittelpunkt gefunden und bereichern das kulturelle Angebot der Stadt mit ihren Werken. Nicht wenige Kölner Ensembles bewegen sich inzwischen nicht mehr nur auf der lokalen Ebene, sondern sie agieren überregional und international und sind Bestandteile größerer Netzwerke und Kooperationen. Mit der rasanten Entwicklung der künstlerischen Qualität und der großen Dichte der freien Tanzszene in Köln hat die Etablierung geeigneter Produktions- und Aufführungsstrukturen in Köln nicht mithalten können. Hier setzt das gemeinsame Pilotprojekt an.

 

Mitglieder der Fachjury waren Dr. Birgit Meyer, Intendantin der Oper Köln, Hanna Koller, Tanzkuratorin an den Bühnen Köln, Barbara Foerster, Kulturamtsleiterin, Gisela Deckart, Tanzreferentin im Kulturamt, Heike Lehmke, Geschäftsführerin des NRW Landesbüro Tanz, und Honne Dohrmann, Direktor tanzmainzEnsembles, Staattheater Mainz.

 

Wichtige Kriterien für die Auswahl der Ensembles waren ein langjähriger Arbeitsschwerpunkt in Köln, und die Weiterentwicklung eines vielversprechenden künstlerischen Konzeptes oder die Würdigung einer künstlerisch besonders wegweisenden Produktion.

06.06.2017
News

Eine Sprache für das Leben finden. Start der Bewerbungsphase für den dritten Jahrgang des Pina Bausch Fellowship for Dance and Choreography.

©Sala Seddiki_Pina Bausch Foundation

 

 

 

PRESSEINFORMATION

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Eine Sprache für das Leben finden.

Start der Bewerbungsphase für den dritten Jahrgang des Pina Bausch Fellowship for Dance and Choreography.

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Vom 1. Juni bis zum 15. September 2017 können sich erneut Tänzerinnen und Tänzer sowie Choreografinnen und Choreografen aus aller Welt für das Pina Bausch Fellowship for Dance and Choreography 2018 bewerben.

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Das gemeinsam von der Kunststiftung NRW und der Pina Bausch Foundation entwickelte Stipendium ermöglicht es unter anderem, als Mitglied auf Zeit in einem Ensemble der Wahl neue tänzerische Ausdrucksweisen kennenzulernen oder sich mit der Arbeitsweise eines renommierten Choreografen bzw. einer Choreografin auseinanderzusetzen. In den letzten beiden Jahren haben sich über 400 Männer und Frauen beworben. Dabei reichte die Altersspanne von 18 bis über 60 Jahre. Eine Besonderheit, da das Stipendium hinsichtlich des Alters der Bewerberinnen und Bewerber keine Beschränkungen auferlegt.

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Ziel des Pina Bausch Fellowships ist es, die künstlerische Entwicklung von Tänzern und Choreografen zu beflügeln, das Erlernen neuer Ausdrucksformen zu ermöglichen und durch die Arbeit mit einem Kooperationspartner ihrer Wahl in intensive künstlerische Prozesse einzutauchen.

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Bewerbungen sind ab dem 1. Juni 2017 nur online unter fellowship.pinabausch.org möglich. Dort finden sich auch ausführliche Informationen zum Stipendienprogramm sowie Berichte der aktuellen „Fellows 2017“: Tänzer und Choreograf Antonio Ssebuuma aus Uganda, der nach Neuseeland reist, um am Dance Department der University of Auckland einen Perspektivwechsel zu unternehmen und Mohamed Yousry „Shika“ aus Ägypten, der mit der Choreografin Nora Chipaumire in New York an dem Konzept des „New African Body“ arbeitet.

07.03.2017
News