21.06.2017
News

Lisa Freudenthal – The Ordinary Dance Theatre aus Köln – Woman Hood Vol.II – Urbanes Tanztheater im öffentlichen Raum Premiere: 24.06.2017 16:00 Uhr

©Alessandro de Matteis

 

Lisa Freudenthal – The Ordinary Dance Theatre aus Köln

 

Woman Hood Vol.II

 

Urbanes Tanztheater im öffentlichen Raum

 

 

 

Premiere: 24.06.2017 16:00 Uhr

Ort: FrauenMediaTurm Köln, Am Bayenturm 2, 50678 Köln

 

Weitere Vorstellungen:

25.06.17 15:00 Uhr und 18:00 Uhr

 

Eintritt frei /keine Reservierung notwendig/keine Sitzmöglichkeit bereitgestellt

 

Eine Tanzperformance mit traditionellen Rhythmen und moderner Klangsynthese.

Zwei Frauen – Eine Suche nach Weiblichkeit – „Gut, dass du mich betrachtest, denn das was du siehst, das bin ich.“ (Lena Visser)

Wieviel Raum und Freiheit wird der Weiblichkeit gegeben? Alltagsgegenstände werden zu Musikinstrumenten und Bewegungsmaterial akustisch sichtbar. Sie fordern uns auf, über unsere eigenen Erwartungen und Ansprüche an den „typisch weiblichen“ Ausdruck nachzudenken und diesen kritisch zu hinterfragen.

 

Konzept/Choreografie: Lisa Freudenthal – Tanz/Performance: Lena Visser, Deborah Sophia Leist – Musik: Tim Stadie, Duu Top Acoustic – Dramaturgie: Janos Puschmann – Produktionsassistenz: Sara Blasco Gutierrez – Foto/Film: Alessandro de Matteis – P&Ö: mechtild tellmann kulturmanagment

19.06.2017
News

AURORA’S REDLINES – Tanzstück für die Alarmgesellschaft – PREMIERE AM 22.06. UM 20 UHR IN DER BROTFABRIK BONN

AURORA’S REDLINES

Tanzstück für die Alarmgesellschaft

PREMIERE AM 22.06. UM 20 UHR IN DER BROTFABRIK BONN

 

 

Daueralarm verbindet und verunsichert uns Alle. Was sollen wir tun wenn wir Rot sehen? Warum ist es im roten Bereich so viel spannender? Wir folgen dem roten Faden (nicht). Rote Linien dürfen wir (nicht) überschreiten?  Drei Männer unter Rotlicht im Tanzlabor drücken den roten Knopf. Dieser Abend kann Deine Gefühle (nicht) verletzen!

 

Regie: Karel Vanek

Konzept: Guido Preuß

Choreografie: Karel Vanek in Zusammenarbeit mit Darstellern

Tanz: Guido Preuß, Karel Vanek, Tobias Weikamp

 

PREMIERE UND WEITERE SPIELTAGE - Brotfabrik Bühne Bonn

Do. 22.06. – 20 Uhr Premiere

Fr.  23.06. – 20 Uhr

Sa. 23.06. – 20 Uhr

17.06.2017
deutsch: kritiken / interviews, News

Seelenspuk im Hotelzimmer – „Anima“ von Emanuele Soavi und Meritxell Aumedes Molinero im Kölner Midtown Hotel – Nachtkritik von Nicole Strecker

 

Seelenspuk im Hotelzimmer

 

„Anima“ von Emanuele Soavi und Meritxell Aumedes Molinero im Kölner Midtown Hotel

 

 

Nachtkritik von Nicole Strecker

 

 

HIER GEHT ES ZU DEN VIDEOIMPRESSIONEN

 

Seltsamer Spuk: Vorhänge flattern als husche eine Schar Geister hindurch. In einem kleinen stickigen Hotelzimmer zeigt der Fernsehbildschirm nicht etwa ein gemütliches Fake-Feuerchen oder einen Willkommensgruß, sondern einen Mann, der sich offenbar in einer mit grau-schlickigem Wasser gefüllten Badewanne ertränken möchte. Und in einem anderen Zimmer liegt eine Frau wie tot auf einem Bett, halbnackt, die Brüste mit Verbandsmull umwickelt. Im frisch renovierten, aber noch nicht offiziell eröffneten Midtown Hotel mitten auf den Kölner Ringen hausen derzeit uralte Seelen und durchleben mehrmals am Abend den ewigen Schmerz des gebrochenen Herzens.

 

©TANZweb.org_Klaus Dilger

 

„Anima“, so der Titel der neuen Produktion von Choreograf Emanuele Soavi, führt die Zuschauer durch mehrere Zimmer, Flure und Etagen des Hotels. Dort begegnen sie surrealen Filmbildern, Installationen und den beiden Performern Soavi und Meritxell Aumedes Molinero, die in Tanzszenen die Tragik einer geheimnisvollen Beziehung offenbaren. Ein Horrortrip über die ewig menschliche Ahnung, dass es eben doch mehr gibt zwischen Himmel und Erde, als die Schulweisheit sich träumt. Bedrückend intim und beunruhigend als wäre man in einem Albtraumfilm von David Lynch.

 

©TANZweb.org_Klaus Dilger

 

Die experimentelle Performance ist Teil von Soavis Serie „The Habit Cycles“, in denen er die gleichberechtigte Kollaboration mit einem Künstlerkollegen sucht. So entstanden bereits Stücke mit der Tanztheater-Legende Susanne Linke, dem Kölner Theaterregisseur Daniel Schüßler und zuletzt mit dem renommierten Tanzfotografen Joris-Jan Bos. Dessen fantastische Dokumentationen von Emanuele Soavis Arbeiten sind derzeit in einer Ausstellung in der Kölner Galerie Freiraum zu sehen (noch bis zum 11. Juli) – auch das eine Initiative von Soavi, der mit ungebrochener Energie Stadttheater oder freie Theater bespielt, Kinderstücke und Soli für sich selbst entwickelt, eine Mythen-Trilogie choreografierte und nun: „Anima“, ein Site-specific-Projekt in einem halbfertigen Hotel, gemeinsam mit der spanischen Video- und Performance-Künstlerin Meritxell Aumedes Molinero.

 

©TANZweb.org_Klaus Dilger

 

Zwei junge Frauen nehmen die Zuschauer in der Lobby in Empfang. Sie sind zwei ausnehmend charmante „Charon-Grazien“ schließlich gibt es schon im Mythos keinen Gang in Unter- und Zwischenwelten ohne einen Führer. Erste Station: Ein dunkles leeres Zimmer. Kabel ragen stachelig aus der Wand, Licht kommt nur von einem brummenden Projektor. Hier stehen sich Molinero und Soavi gegenüber und hauchen in ihre Handys als wollten sie die „Android“-Geräte beseelen. Überhaupt sind Smartphones das Medium der Wahl an diesem Abend. An allen Stationen liegen sie bereit und knistern, rauschen, rascheln vor sich hin als seien sie mit paranormalen Welten verbunden.

 

©TANZweb.org_Klaus Dilger

 

Zunächst aber ist es der Atem der Performer, der dank Handy-Verstärkung mächtig durch das winzige Zimmer braust. Ein Video zeigt zwei Körper, Mann und Frau, die sich ein Outfit teilen. Ein Liebespaar? Eine Psychofantasie? Hände verknoten sich, rutschen erotisch auf Hüfthöhe. Sie ziehen sich den gemeinsam getragenen Rollkragenpullover über das Gesicht, winden sich im Stretchstoff als amorphe Gestalt wie einst Martha Graham in ihrem weltberühmten Trauersolo „Lamentation“, die schon damals durch das enge Schlauchgewand eine namenlose Qual illustrierte, die sich im Körper ausdehnt, ihn obsessiv besetzt, nicht aus der Haut kann. Und bald offenbart sich auch die rätselhafte Tragik dieses Paares.

 

©TANZweb.org_Klaus Dilger

 

„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust“, dichtete Goethe, und meinte er noch die Zerrissenheit zwischen hellen und dunklen Mächten, so erzählen Molinero-Soavi nun von zwei Seelen, einer männlichen, einer weiblichen, die eins waren, doch getrennt wurden. Ab jetzt werden die Zuschauer in zwei Gruppen durch das Hotel geführt, begegnen mal Soavi, mal Molinero in gesonderten Zimmern und in grauenvoll verlorenen Zuständen.

 

©TANZweb.org_Klaus Dilger

 

Im Zimmer des männlichen Tänzers sind die Vorhänge fest zugezogen, die Luft ist drückend-heiß, weiße Lilien in einer Vase verströmen süßlichen Duft. Soavi schlägt sich schmerzhaft hart auf die Brust bis ein leuchtend roter Fleck entsteht. Er zieht sich einen Chirurgenschürze über, entnimmt einer Kühlbox einen glänzenden Fleischklumpen, der wie ein Herz aussieht und näht mit gruselig dicken Nadeln einen Riss im Fleisch zusammen. Im engen Zimmer mischt sich der Geruch von Fleisch, Schweiß und Blumen, viel zu nah kommt man als Publikum dem Schmerzens-Wahnsinn dieses Mannes. Doch kaum hat man im Flur einmal durchgeatmet, führt  die verführerische ‘Fährfrau’ die Zuschauer in die nächste Hölle, zu Meritxell Aumedes Molinero.

 

©TANZweb.org_Klaus Dilger

 

In ihrem Raum stehen überall in den Regalen Glasglocken mit Schmetterlingen auf Zweigen – eine morbides Setting, schließlich galt das Insekt schon in der Antike als Seele der Toten. Molinero zappelt auf dem Bett, ihr Körper bäumt sich auf als wolle ihre Schmetterlingsseele davonflattern. Am Ende ihrer kurzen intensiven Szene steht sie tatsächlich am geöffneten Fenster, auf ihrem nackten Rücken kleben zarte Schmetterlinge mit zitternden Flügeln als wollten sie ihren Leib in die Lüfte heben.

 

©TANZweb.org_Klaus Dilger

 

So skurril die Idee zunächst scheint, ein Hotel zum Schauplatz einer Seelen-Performance zu machen, so großartig lösen Molinero/Soavi sie ein: In der Beengtheit  der Zimmer, den verwirrend ähnlich gestalteten Fluren mit ihren geräusche-schluckenden Teppichen, der halbdunkel-verwinkelten Architektur stellt sich tatsächlich bald das Gefühl ein, man habe sich in einem Gemälde von Edward Hopper verirrt. Und mit einem sensibel gesponnenen Gewebe aus alten Seelensymbolen, schwarzer Romantik und heutigem Mystery-Flair entsendet das Performer-Duo seine untoten „Anima“ wie auch seine Zuschauer in eine beunruhigende Transitzone – verloren zwischen Diesseits und Jenseits.

 

06.06.2017
News

Eine Sprache für das Leben finden. Start der Bewerbungsphase für den dritten Jahrgang des Pina Bausch Fellowship for Dance and Choreography.

©Sala Seddiki_Pina Bausch Foundation

 

 

 

PRESSEINFORMATION

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Eine Sprache für das Leben finden.

Start der Bewerbungsphase für den dritten Jahrgang des Pina Bausch Fellowship for Dance and Choreography.

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Vom 1. Juni bis zum 15. September 2017 können sich erneut Tänzerinnen und Tänzer sowie Choreografinnen und Choreografen aus aller Welt für das Pina Bausch Fellowship for Dance and Choreography 2018 bewerben.

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Das gemeinsam von der Kunststiftung NRW und der Pina Bausch Foundation entwickelte Stipendium ermöglicht es unter anderem, als Mitglied auf Zeit in einem Ensemble der Wahl neue tänzerische Ausdrucksweisen kennenzulernen oder sich mit der Arbeitsweise eines renommierten Choreografen bzw. einer Choreografin auseinanderzusetzen. In den letzten beiden Jahren haben sich über 400 Männer und Frauen beworben. Dabei reichte die Altersspanne von 18 bis über 60 Jahre. Eine Besonderheit, da das Stipendium hinsichtlich des Alters der Bewerberinnen und Bewerber keine Beschränkungen auferlegt.

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Ziel des Pina Bausch Fellowships ist es, die künstlerische Entwicklung von Tänzern und Choreografen zu beflügeln, das Erlernen neuer Ausdrucksformen zu ermöglichen und durch die Arbeit mit einem Kooperationspartner ihrer Wahl in intensive künstlerische Prozesse einzutauchen.

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Bewerbungen sind ab dem 1. Juni 2017 nur online unter fellowship.pinabausch.org möglich. Dort finden sich auch ausführliche Informationen zum Stipendienprogramm sowie Berichte der aktuellen „Fellows 2017“: Tänzer und Choreograf Antonio Ssebuuma aus Uganda, der nach Neuseeland reist, um am Dance Department der University of Auckland einen Perspektivwechsel zu unternehmen und Mohamed Yousry „Shika“ aus Ägypten, der mit der Choreografin Nora Chipaumire in New York an dem Konzept des „New African Body“ arbeitet.

07.03.2017
News